13. März 2017

Lauf um dein Leben - Vom Junkie zum Ironman

© Kinowelt

Regie: Adnan Köse
Land / Jahr: Deutschland 2008












Andreas Niedrig (Max Riemelt) hat sein Leben nicht unter Kontrolle. Als wäre die ständige Sauferei nicht schon genug, so schießt er sich auch regelmäßig Heroin in den Körper. Seine Freunde finden das toll, seine Familie eher weniger. Als er den Ausstieg aus dem Drogensumpf schafft, versucht sich der ehemalige Junkie als Triathlet.

Beruht auf wahren Begebenheiten
Das hat des Subgenre des Sportfilms am liebsten: Geschichten von Underdogs, die ganz unten starten und ganz oben mitmischen wollen. Da eignete sich das Buch "Vom Junkie zum Ironman" doch perfekt für eine Kino-Adaption - vor allem, weil es sich nicht einfach um einen Roman, sondern um eine Biografie handelt. Der echte Andreas Niedrig erzählt darin, wie er in den Drogensumpf abrutschte und nur schwerlich wieder heraus kam.
Gerade an dem Absturz hat Regisseur Adnan Köse besonders viel Gefallen gefunden und darin liegt auch das größte Problem dieser Sportler-Biografie: Zwei Drittel der Handlung fokussieren sich auf die Zeit mit falschen Freunden und gefährlichen Substanzen. Es vergeht erst eine gute Filmstunde, bevor Andreas mit dem Training beginnt. Da wurde die Gewichtung ein bisschen ungünstig verteilt.
Dennoch ist auch die Drogenzeit gut und eindrucksvoll erzählt. Max Riemelt, Axel Stein, Uwe Ochsenknecht und die gesamte Cast liefern sehr gute Leistungen ab. Vor allem beeindruckt aber, wie aufwändig der Film gemacht wurde. Es gibt zahlreiche Szenen, die außerhalb von geschlossenen Räumen spielen - dabei ist die Geschichte Anfang der 90er angesiedelt. Sprich: Authentische Kostüme, Ausstattung, Frisuren und Autos gibt es hier zuhauf zu beobachten. Das sieht richtig kostspielig aus und macht "Lauf um dein Leben - vom Junkie zum Ironman" besonders hochwertig.

Eine halbe Stunde clean
Hat es Andreas dann nach einer guten Filmstunde endlich geschafft clean zu bleiben, geht alles richtig schnell. Er macht rasante Fortschritte, liefert direkt bei seiner ersten Teilnahme an einem Triathlon eine Topleistung ab. Von diesem Teil seiner Lebensgeschichte hätte sich der Zuschauer sicherlich gewünscht, mehr zu erfahren.
"Lauf um dein Leben - Vom Junkie zum Ironman" ist eine beeindruckende Sportler-Geschichte, die optisch überraschend hochqualitativ ist. Auch die Cast hält was sie verspricht und macht den Film zu einer spannend-interessanten Biografie. Lediglich bei der Gewichtung macht Regisseur Adnan Köse einen dicken Fehler und setzt falsche Präferenzen.

Fazit: 70 %

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