20. März 2017

Logan: The Wolverine

© 20th Century Fox

Regie: James Mangold
Land / Jahr: USA 2017












Eigentlich will Logan (Hugh Jackman) ein unscheinbares Leben führen und, wenn er genug gespart hat, mit seinem eigenen Boot in die Rente segeln. Doch dann kommt ihm die kleine Laura (Dafne Keen) in die Quere, die genauso wie Wolverine den Umgang mit scharfen Klingen beherrscht. Ihr größter Wunsch: Den Weg nach Eden zu finden, wo Mutanten in Frieden leben können.

A Nightmare on Elm Street
Gleich zum Start fährt Logan aka Wolverine die Klingen aus. Ein Badboy bekommt die Krallenhand in den Frontlappen gerammt, einem wird die Hand weggeschnitzelt, ein anderer verliert mit einem lauten Schrei sein Bein. Die Redewendung "Keine Gefangenen machen" hat der Ex-X-Man in seinem finalen Film verinnerlicht.
Schon mehrere Regisseure haben für einen R-rated "Wolverine"-Film gekämpft - also für einen, der mit der US-amerikanischen ab-18-Freigabe gekennzeichnet wird; keiner durfte. Zu risikoreich, weil zu teuer. Zudem verschreckt man damit zu viele junge Menschen - und Hollywood-Produzenten rechnen zumal Mensch = Geld. Den allerletzten "Wolverine"-Film mit Hugh Jackman in der Hauptrolle - als Gründe gibt er sein Alter und den immer wiederkehrenden Hautkrebs an - durfte Mangold dann doch mal für ein älteres Publikum machen.
Und Wolverine schreckt nicht davor zurück, haufenweise Menschen zu  töten. Selbst ein Serienmörder wie Freddy Krüger, hat in seinen neun Kinofilm-Auftritten nicht so viele Menschen mit der Klingenhand gekillt wie Logan. Sicherlich sieht es bei Freddy krasser aus, weil die Effekte handgemacht sind und Logan lediglich ein CGI-Blutbad anrichtet, aber was Jackmans Figur mit seinen Feinden macht, ist nicht weniger gnadenlos.
Und es gibt noch mehr Verweise an die guten alten 80er und 90er: Wer erinnert sich nicht an die Schlacht der Gen-Soldaten Van Damme gegen Lundgren in "Universal Soldier" aus dem Jahre 1992, in der sich die Super-Söldner Spritzen in den Körper rammen, um besser prügeln zu können. Und am Ende landet einer von ihnen aufgespießt auf einem Agrar-Häcksler.

Kinder des Zorns
Doch nicht nur in Punkto körperliche Gewalt ist "Logan: The Wolverine" eher für Erwachsene geeignet: Die Story ist roher und freudloser als bei den anderen "Wolverine"-Filmen, die Stimmung rau und düster und auch optisch ist das hier nicht mehr die übliche bunte Comic-Verfilmung, sondern eine wunderbare Tristesse im Stile eines "Mad Max".
Klar hätte das Drehbuch noch stärker sein können - oder müssen. Die Bösen gehen mal wieder sehr naiv an die Sache mit den Superkräften ran und begnügen sich mit Schusswaffen. Bringt nichts, das wissen sie selbst. Diese Erkenntnis ist auch nicht neu und hat schon gute Superhelden-Filme wie beispielsweise "Deadpool" getrübt. Die Autoren und Regisseure lernen aber anscheinend nicht dazu: Auch hier gibt es keine Antagonisten mit Hirn.
Jackmans letzter Streich als Adamantium-Held ist wesentlich erwachsener als seine Vorgänger. Die Actionszenen sind nicht ganz so inflationär gesät, dafür aber umso brutaler - sogar eine Freigabe ab 18 Jahren wäre angemessen gewesen. Es geht auch erstaunlich viel tödliche Gewalt von den Kinder-Figuren aus. "Logan: The Wolverine" ist nicht nur wesentlich besser als die anderen "Wolverine"-Solofilme, sondern kann sogar mit den beiden besten "X-Men"-Filmen, "Erste Entscheidung" und "Zukunft ist Vergangenheit", mithalten. Mit dem letzten Teil macht es schon wehmütig, dass nicht schon früher mal eine so mutige Entscheidung getroffen wurde. Aber vielleicht hilft das ja, andere Superhelden erwachsen werden zu lassen.

Fazit: 75 %

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