9. März 2017

Mister & Pete gegen den Rest der Welt

© Edel Media

Regie: George Tillman Jr.
Land / Jahr: USA 2013










Als seine Mutter Gloria (Jennifer Hudson) festgenommen wird, glaubt der 13-jährige Mister (Skylan Brooks) sie käme nach ein paar Tagen wieder frei. Zusammen mit dem neun Jahre alten Pete (Ethan Dixon) versucht er sich auf eigene Faust im gefährlichen New Yorker Viertel durchzuschlagen, um nicht ins Kinderheim gebracht zu werden.

Auf dem Skateboard durch Brooklyn
"Mister & Pete gegen den Rest der Welt" ist ein ungewöhnlicher Crossover von zwei Genres, die nur schwer zusammen passen. Einerseits ist der Film ein mitreißendes Abenteuer. Zwei Jungs sorgen für sich selbst, behaupten sich gegen Erwachsene, werden von Einbrechern terrorisiert. Andererseits versäumt es Regisseur George Tillman Jr. nicht, auf soziale Probleme aufmerksam zu machen. Er stellt die Chancenlosigkeit an den Pranger, die es ärmeren Menschen kaum möglich macht, ihrer Misere zu entfliehen.
So skatet Mister am Anfang des Filmes durch die Straßen Brooklyns. Bei strahlendem Sonnenschein entgehen dem Jungen aber nicht die zahlreichen Geschäfte, die endgültig schließen mussten. Auch nicht die Obdachlosen, die in den Ecken herumlungern. Misters Blick für diese Situation kommt nicht von ungefähr, schließlich geht es ihm nicht besser. Er lebt in einem trostlosen Häuserblock, seine Mutter geht anschaffen, spritzt sich Heroin.

Sonnengeflutete Mileustudie
Mittelpunkt dieser gleichermaßen abenteuerlichen wie auch realistischen Tour de Force sind die beiden Jungdarsteller. Mit ihnen steht und fällt die Qualität des Filmes. Man kann Tillman Jr. für die Wahl von Skylan Brooks und Ethan Dixon nur beglückwünschen. Der neunjährige Ethan spielt seine Rolle wie ein Großer, Skylan könnte sogar einige Hollywood-Ikonen an die Wand spielen. Es ist einfach fantastisch, was diese beiden Kinder leisten. Nichtsdestotrotz stellt sich natürlich die Frage, wieso Mister flucht wie ein Rohrspatz, während Pete wesentlich bessere Manieren aufzeigt. Denn beide Jungs sind in den selben sozialen Verhältnissen aufgewachsen.
"Mister & Pete gegen den Rest der Welt" ist ein gleichermaßen interessanter wie auch unterhaltsamer Film, der zum Denken anregt. Allerdings ist das negative Bild, dass von Kinderheimen gezeichnet wird recht fragwürdig - nicht aus der Sicht der Kinder, aber aus der Sicht er Erwachsenen. Tillman Jr. macht auf die sozialen Unterschiede in den USA aufmerksam. Und wer am Anfang dachte, die sonnengefluteten Bilder garantieren eine positive Stimmung, ist auf der falschen Fährte. Denn auch wo Menschen im Elend leben scheint die Sonne.

Fazit: 75 %

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