15. März 2017

Mystor - Todesjäger ll

© Medusa

Regie: Jim Wynorski
Land / Jahr: Argentinien, USA 1987












Quasi durch Zufall stolpert Mystor (John Terlesky), den eigentlich alle nur Todesjäger nennen, über die Möchtegern-Prinzessin Evie (Monique Gabrielle). Letztere ist gerade undercover als Reena, die Seherin unterwegs, da ihr ihr Königreich entrissen wurde. Todesjäger will ihr dabei helfen, wieder auf den Thron zurückzukehren.

Schläge, wem Schläge gebühren
Eigentlich hat der Todesjäger nichts dagegen, wenn eine Frau geschlagen wird, "wenn sie es denn verdient", wie er selbst machohaft anmerkt. Drei gegen eine findet er dann aber unfair und so werden er und die Seherin Reena doch noch Freunde. Die ist allerdings verwundert, dass er sich selbst Todesjäger nennt - das ist der Vorname und nicht sein Titel. Eigentlich heißt er doch Mystor, aber so nennt ihn jenseits des deutschen Posters niemand.
Ebenso verwundert wie Reena über den dümmlichen Namen, könnte auch der Zuschauer über den Hauptdarsteller sein. Der blonde Hüne Rick Hill aus dem ersten Teil kehrt nämlich erst wieder im vierten Teil ("Deathstalker IV") zurück. Und so entschied man sich für den brünetten John Terlesky, der bis auf die Muskeln so gar kein Feature vom Vorgänger-Todesjäger hat.
Völlig ernst soll das Drehbuch angeblich ursprünglich gewesen sein - die deutsche Fassung ist es nicht. Sprüche werden auf einem Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Level gedrückt. Vor allem Todesjäger und seine blonde Begleiterin haben immer einen frechen Spruch drauf - vollkommen egal, wie nah sie dem Tode sind.

"Book of Babes" und "Busty Cops"
Zum Glück für (den) Todesjäger liegt das Hauptaugenmerk auch im zweiten Teil auf den minderwertig choreografierten Actionszenen und nicht auf komplizierten Rätseln oder sonstigen Denkaufgaben - denn sonst wäre er zum Scheitern verurteilt. Einer der Negativhöhepunkte von "Mystor - Todesjäger ll" ist wohl das Wrestling-Match bei den kannibalistischen Amazonen. Mitten im Dschungel wird in einem modernen Boxring gekämpft.
Das ist aber kein echter Filmfehler, sondern wird einfach so als Teil der Geschichte angenommen. Regisseur Jim kennt sich eben aus, schließlich ist "Mystor - Todesjäger ll" einer von mehr als 100 Regiearbeiten in seiner Vita - und erschreckenderweise auch eine seiner besten. Dabei scheint der Mann ein Fachmann für Sequels zu sein, wie ein Blick in seine Filmografie beweist: "Big Bad Mama ll", "The Return of the Swamp Thing", Teil 2 und 3 von "Sorority House Massacre", "976-Evil ll", Teil 3 und 4 von "Body Chemistry", "Ghoulies 4", "The Escort lll", "The Bare Wench Project 2: Book of Babes" sowie Teil 3 unter dem Titel "Nymphs of Mystery Mountain", Teil 4 als "Uncensored" und Teil 5 als "Final Chapter". Nicht zu vergessen mehrere Teile der Reihe "Busty Cops". Titel-Highlights wie die schmierigen Erotik-Komödien "The Devil Wears Nada" und "The Da Vinci Coed" sollen nicht unerwähnt bleiben.
Der Titel "Mystor - Todesjäger ll" ist genauso blödsinnig wie der gesamte Film. Zugegeben: Der eine oder andere der vorlauten Sprüche sorgt schon für ein Schmunzeln, aber das ist eigentlich nicht die Aufgabe eines Fantasy-Filmes aus der Unterkategorie Barbarenfilm. Teil zwei ist noch überflüssiger als der erste. Lediglich der hohe Trash-Faktor könnte ein wenig bei Laune halten.

Fazit: 25 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen