30. April 2017

Fast & Furious 8

© Universal

Regie: F. Gary Gray
Land / Jahr: USA 2017












Eigentlich will Dom (Vin Diesel) nur seine Flitterwochen ganz gemütlich auf Kuba feiern, da kommt ihm die Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) in die Quere. Sie hat Dom in der Hand: Er muss sich gegen die Familie stellen und Aufträge für die skrupellose Blondine erfüllen, die ihm um die halbe Welt führen.

Lebenslänglich wegen Mordes
Ein illegales Autorennen endet tödlich. Eigentlich wollten die Herren nur austesten, wer der Schnellere ist. Sie hatten niemals vor einen Mensch dabei zu töten. Das Gericht sieht diese Fahrlässigkeit anders und verurteilt die beiden zu lebenslänglicher Haft. Das ist kein Film, sondern die Realität: Ein Verkehrpsychologe beurteilt ihre Handlungen als "massiv selbstüberschätzend". Im Februar 2017 gehen die Mörder ins Gefängnis.
Genau diese Menschen werden jetzt (mal wieder) im achten und immergleichen Teil der "Fast & Furious"-Reihe gefeiert. Ebenso wie die Berliner Car-Killer wollen auch die Figuren um Dom niemanden - beziehungsweise keine Zivilisten - töten. Ebenso wie die Berliner nehmen sie es aber immer wieder billigend in Kauf, die Körper von Kindern unter ihren Reifen zu zerfetzen. In einer Szene werden Polizeiautos sogar mit einer Abrissbirne zetrümmert. Es ist höchstwahrscheinlich, dass die "Helden" damit Familienväter in Polizeiuniformen ermordet haben.
Jegliche Restzweifel an der moralischen Verkommenheit dieser Figuren, die hier zu Helden stilisiert werden, werden mit einem Running-Gag beseitigt: Die Heldentruppe wetteifert darum, wer auf der Top-10 der meistgesuchten Verbrecher steht. Roman (Tyrese Gibson) wird ausgelacht, dass er nur auf Platz 11 steht. Er ärgert sich, nicht kriminell genug zu sein. Schade: Er hat nicht genügend Verbrechen begangen.

CGI essen Seele auf
Angereichert mit einer Minimal-Handlung werden immer absurdere Actionszenen präsentiert. Der Schwachsinn hatte eigentlich schon mit dem dritten Teil der Serie die Spitze der Glaubwürdigkeit erreicht, aber es wurde von Film zu Film immer noch einer draufgesetzt. Dass das natürlich nicht mehr echt aussehen kann, weil solche Szenen nicht mehr mit Stuntmen, sondern nur noch durch seelenlose Computereffekte realisiert werden können, raubt dem Film jeglichen Nervenkitzel. "Fast & Furious 8" verkommt dazu, wie schon fast alle seiner Vorgänger" zu einem lächerlichen Kinderfilm.
Das Zielpublikum wird den Film trotzdem lieben. Eben weil es Menschen gibt, die es für unterhaltsam halten, wenn andere Menschen von Rasern getötet werden. Was es aber nicht gibt, das sind Leute wie Protagonist Dom: Volltätowierte terroristische Autoschrauber, die Hirn im Kopf und ein großes Herz haben. Dom ist mehr Fantasy-Figur als jeder Ork in "Herr der Ringe".
"Fast & Furious 8" ist ein durch und durch bösartig-dummer Film. Es gibt mehrere "Dialoge", bei denen Figuren es noch nicht einmal schaffen einen ganzen Satz zu formulieren. Während im ersten Teil noch die illegalen Autorennen als Problem skizziert wurden, so werden sie jetzt nur noch als durchaus cleverer Zeitvertreib präsentiert. Und die dazugehörigen Verbrecher sind die Helden der heutigen Kinderzimmer. Einziger Lichtblick: Eine gewisse inszenatorische Qualität ist dem Film nicht abzusprechen.

Fazit: 20 %

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