21. Mai 2017

Alien: Covenant

© 20th Century Fox

Regie: Ridley Scott
Land / Jahr: USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland 2017











Ein merkwürdiges Signal erreicht die Covenant und weckt die Crew aus dem Hyperschlaf: Auf einem nahegelegenen Planeten gehen sie auf die Suche nach menschlichem Leben. Doch dort gibt es tödliche Gefahren in kleinen Sporen, die sich über die Atemwege in Wirtskörpern einnisten. Und ein alter Bekannter macht ihnen das Leben schwer.

Zahlenwirrwarr
Ridley Scott höchstpersönlich schnappt sich 97 Millionen Dollar und eine gute Cast und dreht den fünften Teil der "Alien"-Reihe. Oder ist es doch der zweite Teil von "Prometheus"? Oder zählen die beiden "Alien vs. Predator"-Filme auch mit? Letztendlich ist es gleichzeitig Teil 2, 5, 7 und 8 in einem. Konrekt wird aber das Schicksal von Synthetik-Mensch David (Michael Fassbender) weitererzählt.
Doch bis der echte David ins Spiel kommt, ist der Film schon halb vorbei. Und bis zu diesem Zeitpunkt ist "Alien: Covenant" ein sehr ordentlicher Mix aus Horror und Sci-Fi. Die Crew landet auf dem fremden Planeten, kommt mit den Alien-Sporen aus kleinen Pflanzen in Kontakt. Es gibt zwei schöne Suspense-Szenen mit Alien-Geburten. Und dann: Boooom. Nichts mehr. Scott nimmt sofort das komplette und wunderbar aufgebaute Tempo raus.
Dann gibt es die Geschichte von "Prometheus"-Passagier David, der im besten Dr.-Mengele-Stil Experimente in seiner kleinen Höhle durchführt. Es gibt ein paar lächerlich-blöde und blödsinnige philosophische Gedankenspiele darüber, ob künstliche Intelligenz Liebe empfinden kann und kreationistische Impulse haben kann. Denn schließlich möchte David der nächste Prometheus aus den antiken Geschichten werden. Der Gipfel der Absurdität ist die Flötenspiel-Szene zwischen den beiden Andrioden.

Alien für die Tonne
Und was macht das titelgebende Alien in all dem Schlamassel? Es hält seine Rübe hin als Bösewicht. In einem Drehbuch, dass so niemals grünes Licht hätte bekommen dürfen verschwendet der eigentlich sehr erfahrene Filmemacher Ridley Scott seine wahrscheinlich beste Kreatur für ein paar lahme Horror- und Action-Momente. Das furchteinflößende Alien verkommt hier als Mittel zum Zweck wie ein moderner MacGuffin.
Während in der ersten Hälfte aufgrund von Crew-Reibereien und geschickter Suspense-Montage noch eine interessante Atmosphäre aufkommt, sind die Ballerszenen in Part II nur noch zu Entertainment-Zwecken. Ganz nach dem Motto, dass derart teure Filme nicht ohne ein großes Finale auskommen können oder auch dürfen.
"Alien: Covenant" ist der mit Abstand schlechteste Film der "Alien"-Reihe, wesentlich schlechter als "Prometheus" und etwa auf dem Überflüssigkeits-Level der beiden "Alien vs. Predator"-Streifen. Das liegt vor allem am schwachen Drehbuch, dass gleichzeitig die "Prometheus"-Geschichte weitererzählen will, aber auch jede Menge langweiliger Action beinhaltet und manchmal arge Tempo-Probleme hat. Traurig, dass der 80-jährige Scott keine qualitative Konsistenz in seiner Filmografie aufweisen kann: Zwischen sehr gute und teilweise sogar hervorragende Filme mischen sich immer wieder teure Schundprodukte ohne Mehrwert. Erste Hälfte 6 Punkte, zweite Hälfte 2 - das macht einen Schnitt von 4/10.

Fazit: 40 %

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