26. Mai 2017

Cycle Kick

© Mukta Arta

Regie: Shashi Sudigala
Land / Jahr: Indien 2011












Ramu (Nishan Nanaiah) hat aber auch nur Pech: Da hat er es gerade geschafft, ein weggeworfenes Fahrrad zu reparieren und fahrtüchtig zu machen und schon wird es geklaut. Der Dieb gibt seine Tat allerdings nicht zu und so gibt es nur noch eine Möglichkeit, dass Duell um das Fahrrad zu entscheiden: Wer beim Fußballspielen gewinnt, darf es behalten.

Fahrraddiebe
Für einen indischen Film ist "Cycle Kick" maximal unindisch. Das Ding läuft weder dreieinhalb Stunden, noch wird die Handlung durch permanente Gesangseinlagen unterbrochen. Mit einer Laufzeit von gerade einmal 86 Minuten (inklusive Abspann), könnte "Cycle Kick" fast schon als indischer Kurzfilm durchgehen.
Erzählt wird die Geschichte eines aufrechten jungen Mannes, dessen Herz an dem frisch reparierten Fahrrad hängt - auch sein kleiner Bruder Deva (Dwij Yadav) liebt das neue Luxusobjekt über alles. Als das Fahrrad gestohlen wird, sind beide traurig. Aber es gibt eine einfach, wenig auch wenig logische Lösung, für das Problem mit dem Fahrraddieb: Es wird ein Fußballspiel organisiert. Wer gewinnt, darf das Objekt der Begierde behalten. Aber mit welcher Begründung sollte sich überhaupt einer der beiden auf diesen Kuhhandel einlassen?
Völlig unabhängig davon könnte Ramu auch seiner Uni, einer Bildungsstätte für arme Leute, fußballerisch helfen. Denn das Government College möchte bei einem Fußballturnier mitspielen und Ramu ist für seine Fähigkeiten am Ball bekannt. Allerdings gehen die beiden Handlungsstränge, also der Kampf um das Fahrrad und das große Fußballturnier, nur sehr bedingt Hand in Hand.
Regisseur Shashi Sudigala erzählt zwar keine wirklich komplexe Geschichte, schafft es aber nicht die einzelnen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. Die Schnitte sind oftmals holprig, die Einstellungen wirken manchmal willkürlich. Sicherlich wird kein großes Budget zur Verfügung gestanden haben. Aber sein Handwerk sollte der Filmemacher dann doch verstehen.

Handwerklich im Abseits
Nicht besser sind die Sportszenen geworden. Wenn die Mannschaften auf dem Fußbbalfeld aufeinandertreffen, vermittelt "Cycle Kick" oft den Eindruck, als könne sich Sudigala nicht entscheiden was er wann zeigen will: Einstellungen vom Team des Protagonisten, von den Gegnern oder vom Publikum werden wild durcheinander gewürfelt. Da kommt weder Tempo auf, noch gelingt es, die technischen Unzulänglichkeiten der Schauspieler am Fußball zu vertuschen.
Wenig Bollywood-Kitsch, keine Längen und ehrliche, einfache Figuren können nicht über inhaltliche und technische Schwächen hinwegtäuschen. Zudem besteht das Film-Finale letztendlich nur aus einem Gruppenspiel gegen eine Bonzenschule, angereichert mit einigen cineastischen Klischees. "Cycle Kick" ist ein netter kleiner Film, dem man aufgrund seiner Einfachheit zwar einige Fehlpässe verzeiht. Letztendlich hätte mit ein paar kleinen kosmetischen Eingriffen ein wesentlich besserer Film daraus werden können. Und diese Gewissheit ärgert einen dann schon.

Fazit: 45 %

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