7. Mai 2017

Guardians of the Galaxy Vol. 2

© Disney

Regie: James Gunn
Land / Jahr: USA 2017












Peter Quill (Chris Pratt) aka Star-Lord und seine Crew haben großes Glück: Gerade als es danach aussieht, dass sie und ihr Schiff von den elitäre-goldenen Sovereign zu Sternenstaub verarbeitet werden, taucht Ego (Kurt Russell) auf und sorgt mit seinen Kanonen für Ruhe im Weltraum. Doch Ego hat noch eine Überraschung parat: Er behauptet Peters Vater zu sein.

Eine gehörige Portion Selbstironie
Während andere Comic-Verfilmungen auf Coolnees gehen, mischt James Gunn seinen Guardians eine gehörige Portion Selbstironie unter. Seine Figuren halten sich nur ganz bedingt an die Klischees, die gerade in der Welt der gezeichneten Helden eine zentrale Rolle spielen. Und somit gelingt es Gunn seiner Reihe etwas zu verleihen, an das es den allermeisten anderen Filmen dieser Art leider fehlt: Charme. Und ohne Charme kann kein Kult entstehen.
Teil eins von "Guardians of the Galaxy" ist schon jetzt Kult. Definitiv. Einfach weil der Film Spaß macht, ohne dumm zu sein. Und jetzt hat der Nachfolger die schwierige Aufgabe zumindest soweit in die Fußstapfen zu treten, um wenigstens diesen spaßigen Charme weiterzuführen. Das ist für die meisten Sequels die größte Herausforderung.
Da kann allen Freunden des Originals die Angst genommen werden: Auch Teil zwei funktioniert vor allem ganz gut, weil seine Figuren funktionieren, weil Regisseur James Gunn mit seiner Geschichte mal etwas Semi-Neues ausprobiert und weil er sich zumindest bemüht, diese Space-Odyssee weiterzuentwickeln. Bei den Figuren sei hervorzuheben, dass besonders der notorisch-ehrliche Drax (Dave Bautista) einen großen Sympathiesprung macht. Auch die neuen Außerirdischen wie die Empathin Mantis (Pom Klementieff) wissen zu gefallen und haben tolle Momente. Und weil sich alle immer so hübsch streiten und dadurch eine echte Familie sind, gibt es viele Lacher. Warum allerdings genau die Figur, die selber Rocket, also Rakete, heißt, sich über den Namen Taserface lustig macht, ist allerdings fraglich. Glashaus und Steine und so.

So viele Polygone wie Bäume auf der Erde
Mit der Story um Vater Ego ist das so eine Sache. Da gräbt Gunn 80er-Ikone Kurt Russell aus und lässt ihn eine Rolle spielen, die ausgezeichnet zu ihm passt. Aber so richtig überraschend ist das dann doch nicht mit dieser ganzen Gottheits-Story, die sehr an die griechische Mythologie angelehnt wirkt. Obwohl man sich eigentlich gut mit Russells Figur arrangieren kann, fällt am Ende auf, dass er mit Abstand die wenigsten Highlight-Szenen hatte.
Lowlights sind wie so oft die Actionszenen, insbesondere der Showdown. Der finale Akt ist einfach viel zu lang geraten und bringt den vorher sehr ordentlich ausbalancierten Film aus der Waage. Viel zu lange wird gekämpft und geschossen und das Wesentlich aus den Augen verloren. Warum muss der Film denn 136 Minuten laufen? 20 Minuten kürzer (und das vor allem im Endkampf) würden "Guardians of the Galaxy Vol. 2" definitiv aufwerten.
Obwohl hier auch inflationär mit CGI gearbeitet wurde und die Computer-Künstler sich damit brüsten, mit Egos Planeten den größten Special Effect aller Zeiten geschaffen zu haben - das Ding soll aus drei Billionen (so viele Bäume soll es auf der Erde geben) Polygonen bestehen - macht das "Guardians"-Sequel nur selten den Eindruck des CGI-Selbstzwecks.
Im Großen und Ganzen ist der Nachfolger nicht so originell und umwerfend wie der Erstling. Aber wenigstens die Figuren machen immer noch genauso viel Spaß und werden erfreulicherweise von Regisseur James Gunn weiterentwickelt. Im letzten Akt ufert die Schlacht leider doch zu sehr aus, ist zu lang und zu selbstverliebt, was ihr jede Epik und jeden Suspense nimmt. Auf Teil drei hat man aber auch nach dem Finale immer noch Lust - und das ist doch schonmal ein gutes Zeichen.

Fazit: 70 %

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