16. August 2017

Phantasm: Ravager

© Koch Media

Regie: David Hartman
Land / Jahr: USA 2016












Reggie (Reggie Bannister) ist schon sein halbes Leben auf der Flucht vor dem Tall Man (Angus Scrimm) und dessen fliegenden Bohr-Kugeln. Als er dann seinen alten Freund Mike (A. Michael Baldwin) in einem Seniorenheim trifft, scheint sich das ganze Mysterium um die Parallelwelt endlich aufzulösen.

Der Anfang vom Ende
Irgendwann ist es für die allermeisten klassischen Horrorserien soweit und die gesamte Kreativität, mittels derer sie und ihre Erschaffer berühmt wurden, wird über den Haufen geworfen und ein paar habgierige Pseudo-Filmproduzenten wittern das schnelle Geld hinter einem großen Namen. Die "Hellraiser"-Reihe weist beispielsweise mittlerweile schon mehr Billig-Sequels als echte Teile auf.
Bei "Phantasm" - beziehungsweise "Das Böse", wie die ersten drei Teile im deutschsprachigen Raum noch hießen - war Teil vier der Anfang vom Ende. Für schlanke 650.000 Dollar produziert, lieferte "Phantasm"-Erfinder Don Coscarelli, eine langweilige und schmierige Weiterführung seiner bei Fans so beliebten Serie ab.
Der Film war so mies und verdientermaßen unrentabel, dass es fast zwei Jahrzehnte, genauer gesagt 18 Jahre, dauerte, bis Teil fünf gemacht wurde. Der erste Teil, bei dem Coscarelli nicht Regie führte. Doch der neue Regisseur David Hartman macht genau da weiter, wo Coscarelli aufgehört hatte. Und er macht es sogar noch schlimmer.

Horror im Seniorenstift
"Phantasm: Ravager" (übersetzt heißt Ravager übrigens "Verwüster) ist zwar bemüht, die Geschichte weiterzuerzählen. Aber das Gebotene ist vollkommen absurd, lächerlich und trotz seiner schlichten Story erschreckend konfus, an vielen Stellen sogar unlogisch geraten. Das Drehbuch - dafür ist Don Coscarelli allerdings noch schreibend verantwortlich - ist ein totales Debakel. Vor allem die Momente im Seniorenstift auf den Sterbebetten sind gänzlich absurd - und stinklangweilig.
Erstaunlich ist auch die schauspielerischer Leistung von Reggie Bannister. Seit dem Original aus dem Jahre 1979 spielt er in jedem der fünf Teile die Hauptrolle, da könnte man doch annehmen, dass es ihm keinerlei Anstrengung abverlangt. Aber Bannister, dessen Figur denselben Vornamen wie er selbst hat, liefert eine Pornofilm-dilletantische Leistung ab - so wie die restliche Cast auch.
Was die Splattermomente betrifft, so ist "Ravager" erstaunlicherweise ein wenig blutiger geworden als sein Vorgänger - dennoch ist er gänzlich unzensiert freigegeben ab 16 Jahren, während "Oblivion" nur an Erwachsene verliehen und verkauft werden darf. Leider ist das meiste Blutvergießen am Rechner entstanden und somit sehen die roten Fontänen, die die Metallkugeln aus den Stirnlappen bohren, auch sehr wenig überzeugend aus.
"Phantasm: Ravager" ist so mies geworden, dass man nur noch hoffen kann, dass die Serie nicht noch mit weiteren Sequels weiter in den Dreck gezogen wird. Für Angus Scrimm wird das aber definitiv der finale Auftritt als bleicher Leichenbestatter gewesen sein: Der Schauspieler verstarb im Alter von 89 Jahren kurz nach den Dreharbeiten zu diesem Schundfilm.

Fazit: 20 %

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